Am Donnerstag, den 19.01.2012 wurde zur Eröffnung einer „interaktiven“ Ausstellung, mit verschiedenen experimentellen Modellen und Schaukarten, zum Thema Klimawandel und Treibhauseffekt eingeladen.
Laut Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) vom 19.01.2012 sollte von Herrn LfU-Vizepräsidenten Dr. Fackler diese Wander- Ausstellung, im Untergeschoß der Max-Reger-Halle um 17 Uhr eröffnet werden und Herr Bürgermeister Meyer war zur Begrüßung der Gäste vorgesehen.
Anders lautete die Ankündigung auf dem Veranstaltungskalender der Stadt Weiden.
Danach sollte Herr Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, energiepolitischer Sprecher der CSU im Bayerischen Landtag, nach Begrüßung der Gäste, die Ausstellung eröffnen, – Herr Reiß war auch eigens aus der Klausurtagung in Wildbach-Kreuth angereist, um rechtzeitig diese Aufgabe wahrzunehmen. Er mußte dann aber feststellen, dass sein Platz als Eröffnungsredner schon vergeben war.
• Die Rednerliste wurde offenbar von LfU, Trägern der Ausstellung und Stadt geändert.
Mit der Einladung war eine Verlautbarungs-Sperrfrist für Presse und Teilnehmer verhängt worden, die erst mit Beginn der Ausstellung am 19.1.12 um 17 Uhr aufgehoben sein sollte.
• Auch hier kam es anders, als es in der Pressemitteilung des LfU festgelegt war.
Schon am 16.01.12 hat die „Katholische Erwachsenenbildung” (KEB) als Träger und Mitinitiator veranlasst, dass dieser Event auf dem Veranstaltungskalender der Stadt Weiden veröffentlicht wurde. Das hat sicherlich zu keinem Schaden geführt, anderseits bleibt die Frage, was man mit einer solch lächerlichen Informationssperre, bis kurz vor Ausstellungsbeginn, bezwecken wollte?
Die KEB, die VHS GmbH und die Initiatorin der Agenda 2100, Frau Simone Schaller, hatten diese Wanderausstellung der Stadt Weiden vorgeschlagen und die hat sie dann nach Weiden geholt.
Nun zu Ablauf und Inhalt der Veranstaltung:
Herr Bürgermeister Meyer begrüßte die Anwesenden im überheizten Foyer des Untergeschosses der Max-Reger-Halle, – kein gerade passendes Beispiel zum Thema Klimaschutz .
Er gab seiner Freude Ausdruck, dass sehr viele Stadträte Interesse zeigten. Er meinte heiter, mit so viel Stadtrats-Anwesenheit könnte eigentlich eine Stadtratssitzung abgehalten werden.
Über Einzelbegrüßung durften sich nicht nur die Partei- und/oder Stadtratsmitglieder, Frau Laurich SPD, Herr Hese SPD, Herr Gebhardt SPD, Frau Meidinger SPD (Fraktionsbeirätin), und Herr Lukas CSU und Frau Sperrer CSU, sowie Frau Helgath GRÜNE, Herr Wagner GRÜNE, Herr Sindersberger FW und Herr Wildenauer FDP freuen.
Auch Herr Pfarrer Meuß ev. Kirche St. Michael, Prof. Jäger von der HAW, Herr Tischler vom Stadtverband für Leibesübung und Herr Uschald vom Heimatring wurden ebenso angesprochen, wie Frau Dr. Freuding-Spintler Verlagshaus. Es wurden Herr Vogelsang NT und die Vertreter der „Weidener Finanzmärkte“, Raiffeisenbank und Sparkasse Oberpfalz Nord, genannt und alle von Herrn Meyer dazu aufgerufen, ihren Beitrag durch verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen zu leisten.
Als nächste Rednerin trat Frau Schaller, Agenda 2100 ans Pult.
Sie erzählte vom gemeinsamen Aufbau der Ausstellungsmodelle und bedankte sich bei den Helfern, Herrn Kirschner und Herrn Schell.
Dann kündigte Sie eine Führung zu den einzelnen Ausstellungsprojekten an und verwies auf das Begleitbuch, welches zum Mitnehmen ausgelegt war.
Sie kündigte außerdem die Filme „Unter Kontrolle“, am 25.01.12 um 19:30 Uhr, und am 29.02.12 um 19:30, „Der Dieb des Lichts“, jeweils im Neue- Welt Kino-Center, im Rahmen der Reihe „Weidener Filmgespräche“ an.
Die VHS Weiden ist bereit, Schulklassen durch die Ausstellung zu führen, wenn vorher Termine dazu ausgemacht wurden.
Herr Dietrich VHS erklärte, dass verschiedene Jugendprogramme, wie Schnitzeljagd, Stadtlehrpfad vorbereitet seien.
Mit einem Wort von Gandhi, „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt“, schloss Frau Schaller ihren Info-Beitrag.
Nun erst war Herr Reiß, Landtagsabgeordneter für den Landkreis TIR, an der Reihe
Herr Tobias Reiß ging auf seine energiepolitische Arbeit mit Frau Karl und Frau Dettenhöfer im Bayerischen Landtag ein. Er berichtete von der Entwicklung parteiübergreifender Konzepte und dass er es als seine Aufgabe betrachte, hinaus ins Land zu fahren, um sich Anregungen bei Bürgern und Betrieben zu holen und um sich Konzepte und Anlagen zur Energieeffizienz vor Augen führen zu lassen. Die gesamte Energieversorgung müsse schnell auf regenerative Beine gestellt werden…. und auch die fossile Energieerzeugung müsse innerhalb einer 10-Jahresspanne hinter sich gelassen werden.
In Bayern biete sich Wasserkraft und Biomasse an, doch das reiche nicht aus. Deshalb müssten Photovoltaik, Geothermie und Windkraft genutzt werden. Dazu gehörten aber auch der schnelle Ausbau der Netze und neue Innovationen bei der Speichertechnik. Nur so sei der Wohlstand der Bevölkerung ausreichend zu erhalten und in Zukunft zu sichern. Parallel dazu sei es notwendig, Energie einzusparen, ……z.B. könnte man, durch konsequente „Standby“-Abschaltung in Haushalten, zwei Kraftwerke in Deutschland abgeschalten.
Herr Dr. Fackler vom LfU referierte in seinem Fachbeitrag zum fortschreitenden Klimawandel, dessen Ursachen und den Auswirkungen auf Ökologie, Wirtschaft und Sozialsysteme! Insbesondere die Bewohner von Küsten- und Inselstaaten, aber auch von einigen Landstrichen in Deutschland, bekämen die Folgen der Erderwärmung zu spüren. Er meinte, dass schon heute Bayern Vorkehrungen treffe, z.B. mit den Programmen für den Hochwasserschutz.
Politisches Ziel müsse es sein, die jährliche Durchschnittstemperatur von derzeit 14°C um 2°C zu reduzieren. Dazu müssten weltweit insgesamt 50% der CO2-Emissionen reduziert werden, was für die Industriestaaten aber eine Reduzierung von 85% bedeutet. Im Schnitt erzeugten die Menschen in Bayern pro Kopf im Jahr 2 to. CO2, in Deutschland aber 10 to, das macht es erforderlich, dass in der Kfz-Industrie nur noch CO2 arme Autos produziert werden und man letztlich von den Verbrennungsmotoren ganz wegkommen müsse.
Wenn wir das alles angehen und die bevorstehenden Aufgaben im Energiebereich betrachten, darf es nicht heißen, die Lösungen wären zu teuer, denn der bevorstehende Klimawandel kann uns andernfalls noch wesentlich mehr kosten.
- Es reiche z.B. nicht aus, seine Heizung auf Holz umzustellen, aber dann genau so viel Energie zu verbrauchen wie vorher, weil das Haus keine ausreichende Wärmedämmung habe.
- Es sei z.B. möglich, Heizungspumpen auszutauschen, um zu verhindern, dass alte Pumpen rund um die Uhr laufen, während technisch aktuelle Pumpen dosiert arbeiten.
Anschließend erfolgte der Informationsrundgang an die verschiedenen Tafeln und Installationen zum CO2 Ausstoß, zum Energieverlust durch Umwandlung von elektrischem Strom in andere Energieformen, wie Wärme, Licht und Kraft, wobei leider außen vor blieb, dass von der eingesetzten Primärenergie bis zum Stromschalter, zwischen 60-70 % der Energie über Netze und Leitungen verloren gehen.
So wurde z.B. auf einer drehbaren Scheibe die jeweilige Stromausnutzung bei Umwandlung in Wärme an verschiedenen Geräten angezeigt….. und ein Haushalts-Wasserkocher erhielt den Bestwert von 99%!
Ein Schüler könnte, ohne die Information des erheblichen Stromverlustes durch die Leitungen, zur Auffassung gelangen, die Mamma solle das gesamte Essen nun in einem ähnlichen Wasserkocher bereiten? Auch einige andere Daten dürften nicht mehr dem aktuellen Wissensstand entsprechen.
Trotzdem ist eine solche Veranstaltung und Ausstellung eine gute Möglichkeit, die Menschen zu erreichen, um sie von den Einsparpotentialen die jeder Einzelne schon heute hat, zu überzeugen.
Ein weiteres Defizit besteht darin, dass neben allen gezeigten, durchschnittlichen und überregionalen Zahlen, Verbräuchen und Sparpotentialen, die Stadt Weiden keine eigenen Zahlen zum Energieverbrauch ihrer Gebäude und ihrer Verwaltungen, bzw. zum Strom- und Gasverbrauch der Bevölkerung und der Betriebe vorgelegt hatte. So hätte erkannt werden können, was in der Kommune Weiden bisher an Einsparungen wirksam wurde und wie der Energieverbrauch trotzdem weiter angestiegen ist.
Schade! Solche Daten hätten auch den vielen, versammelten Volksvertretern, welche die Ausstellung an diesem Eröffnungsabend besuchten, den dringenden Sanierungsbedarf der städt. Gebäude, als wichtigste Sofortaufgabe vor Augen geführt.
Luise Nomayo